Weitingen – ein geschichtlicher Überblick  
Schon aus der Jungsteinzeit und den nachfolgenden Epochen sind erste menschliche Siedlungen auf der Weitinger Gemarkung nachgewiesen. Weitingen selbst liegt inmitten einer fruchtbaren und gut abgerundeten Gemarkung des Strohgäus bzw. Oberen Gäus und ist ein so genanntes Urdorf, dessen Gründung in die frühalemannische Landnahme (ab 260) zurückgeht.

Aus dem Ortsadel entwickelte sich im Laufe der Zeit das bedeutende und weit verzweigte Rittergeschlecht der Herren von Weitingen. Die erste urkundliche Erwähnung Weitingens erfolgte um das Jahr 850 in einer nicht mehr erhaltenen Schenkungsurkunde an das Kloster Reichenau. Weitingen war auch eine so genannte Urpfarrei, die bis ins 7./8. Jahrhundert zurückreicht. Die Pfarrei gehörte bis 1817 zum Bistum Konstanz, ab 1821 ist sie offiziell Teil der heutigen Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Weitingen war österreichisch
Um das Jahr 1200 erbauten die Herren von Weitingen die Urnburg und wenig später auch die Weitenburg, die „Veste“ Weitingen. Um 1230 wurde der Ort hohenbergisch. Im Jahr 1381 verkauften die Hohenberger ihre Grafschaft an Österreich. Von der Urnburg ist nur noch ein privat restau-rierter Teil des Bergfrieds erhalten geblieben.
 
Im Dreißigjärigen Krieg wurde Weitingen am 22./23. Februar 1643 durch die Franzosen geplündert und gebrandschatzt. Fast das ganze Dorf, darunter das Pfarrhaus mit Pfarrchronik und das Schiff der Pfarrkirche St. Martinus, fielen den Flammen zum Opfer.

Fast 425 Jahre dauerte die Zugehörigkeit zu Österreich, ein Grund, warum der Ort katholisch blieb. Seit 1806 ist Weitingen württembergisch und seit der Verwaltungsreform von 1973 gehört das Dorf zum Landkreis Freudenstadt und zum Regierungspräsidium Karlsruhe. Das Ende der Selbständigkeit brachte 1975 die Gemeindereform durch den gesetzlichen Zusammen-schluss mit der Gemeinde Eutingen im Gäu.

Weitingen heute
Mitte des 19. Jahrhunderts zählte Weitingen bereits einmal fast 1100 Einwohner. Damals war die Bevölkerung bis auf eine Familie rein katholisch. In den 50er-Jahren des 20. Jahrhunderts waren es nur noch 864 Weitinger Einwohner. Die 1000-Einwohner-Grenze wurde 1969 wieder erreicht. Durch die Erschließung von Neubau-gebieten und durch den Bau der A 81 erhöhte sich die Einwohnerzahl stetig bis auf heute rund 1670 Einwohner. Weitingen ist damit zweitgrößter Ortsteil der rund 5500 Einwohner zählenden Gesamtgemeinde Eutingen im Gäu. Im ursprünglich rein katholischen Dorf ging der Anteil der katholischen Bevölkerung auf nur noch knapp 60 Prozent zurück. Gründe sind der Zuzug von Heimatvertriebenen und Flüchtlingen nach dem Zweiten Weltkrieg, von Neubürgern aus dem Raum Böblingen/Stuttgart ab den 70er-Jahren und etlicher türkischer Familien. Im Dorf mit seinem gut erhaltenen und gepflegten alten Ortskern herrscht ein reges Gemeinschaftsleben.

Soziale und kulturelle Aktivitäten ... in einem breit gefächerten Vereins- und Kulturleben
Der Jahresablauf in Weitingen ist geprägt von einem reichhaltigen und vereinsübergreifenden Veranstaltungs-kalender im soziokulturellen, sportlichen und kirchlichen Bereich. Es zeugt von einer lebendigen Gemeinde sowie engagierten Bürgern und schafft ein positives Erscheinungsbild nach innen und außen. Alle Vereine und Organisationen haben sich schon vor Jahrzehnten zur „Weitinger Vereinsgemeinschaft“ zusammengeschlossen.

Bei 1670 Einwohnern gibt es 18 Vereine, Organisationen und Gruppen mit insgesamt fast 2200 Mitgliedern, d.h. viele Einwohner sind in mehreren Vereinen aktiv. Dazu kommen noch etliche kirchliche Gruppen, die sich von der Jugend- über die Erwachsenenarbeit bis zur Altenbetreuung erstreckt. Somit ist für die Weitinger Bevölkerung ein vielseitiges Angebot zur Freizeitgestaltung in unterschiedlichen Bereichen vorhanden. Die angebotenen Möglichkeiten werden gerne wahrgenommen.